
Kevin Ohde
Kevin ist am 15.10.1997 um 13.26 Uhr im Carl Thiem Klinikum Cottbus in der 33. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt zur Welt gekommen.
Ihm ging es soweit ganz gut, er war nur ein paar Stunden im Inkubator zur Überwachung und dann konnte er in ein Wärmebettchen. Er wog 2430 g und war 46 cm groß. Bei der Geburt hat er schon einen Zahn im vorderen unteren Kiefer, einen sognannten "Hexenzahn". Aber der wurde ihm gleich gezogen. Er war gesund und wir durften nach unendlichen 10 Tagen beide nach Hause. Alles verlief wunderbar die nächsten Monate.
Aber dann bemerkte ich, es war irgendetwas nicht in Ordnung. Er wollte einfach nicht krabbeln, nicht alleine sitzen und auch nicht anfangen zu laufen. Dann kamen noch diese komischen Zuckungen dazu, die aussahen wie ein Schluckauf.
Da hat noch niemand dran gedacht das es Epilepsie ist. Wir sind dann natürlich zum Arzt und da bekamen wir die Diagnose "Epilepsie", wir waren alle am Boden zerstört. Unser kleiner Sonnenschein und so eine schlimme Krankheit, denn man hat ja vorher auch schon so einiges gelesen darüber. Unsere Kinderärztin hat uns ins SPZ (Sozialpädiatisches Zentrum) Cottbus überwiesen, wo Kevin mit einem Medikament mit dem Wirkstoff Valproat eingestellt wurde.
Dieser Wirkstoff führte zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung als Nebenwirkung. Diese Bauchspeicheldrüsenentzündung musste operativ behoben werden.
Das war aber nicht die erste Operation die Kevin über sich ergehen lassen musste. Er hatte noch eine Hodenhochstandsoperation und eine Zahn OP. Aber die Bauchspeicheldrüsen OP war die schlimmste und kritischste, denn sein Leben hing am seidenen Faden. Dazu kam noch dieser lange Krankenhausaufenthalt von 6 Wochen.
Ich als Mama war jeden Tag bei Ihm von früh bis Abend, ich bin nur zum Schlafen nach Hause gefahren. Es war sehr anstrengend aber ich habe es gern getan für Kevin, denn ich wollte das er wieder gesund wird.
Mir hat es so weh getan ihn da so hilflos in seinem Bettchen liegen zu sehen jeden Tag. Aber wir haben es überstanden. Er wurde dann wieder auf ein anderes Medikament eingestellt. Das ergab dann für ca. 4 Wochen einen Erfolg aber dann wurden die Anfälle wieder schlimmer, und das hat sich immer wieder so wiederholt. Neues Medikament 4 Wochen gut- dann die Anfälle wieder schlimmer - wieder neues Medikament - das nächste und das geht bis heute so.
Immer wieder Krankenhausaufenthalte, ob in Cottbus , in Bethel oder Uni Klinik Bonn für Untersuchungen wie MRT's oder EEG's, aber niemand kann uns sagen wo das alles herkommt. Es kamen dann noch andere Erkrankungen dazu wie Lungenentzündung, Salmonelleninfektion und "kleine Unfälle" aufgrund seiner schweren plötzlichen Krampfanfälle.
Dann eines Tages im Frühjahr diesen Jahres kam der nächste schlimme Fall. Beim Abendbrot war noch alles in Ordnung und dann von einer Minute auf die Andere hat er angefangen, sich zu übergeben und das die ganze Nacht über, in halbstündigen Abständen.
Am Vormittag kam dann die Kinderärztin Hausbesuch machen, denn jetzt kam keine Nahrung mehr raus sondern etwas was aussah wie altes Blut, was sich aber nach einigen Untersuchungen im Krankenhaus sich als Darminhalt identifizierte.
Es wurde weiter geforscht was das sein konnte, mit Röntgenuntersuchungen und Blutabnahmen. Gegen Abend haben wir die Diagnose bekommen, dass Kevin Verwachsungen von der damaligen Bauchspeicheldrüsen Operation und Darmverschluß hat.
Er wurde dann gleich für eine Notoperation vorbereitet und die Ärzte haben Ihn in den Op gefahren. Das hat er auch wieder gut überstanden obwohl es sehr schlimm aussah. Und wieder konnte Kevin uns nicht sagen was ihm weh tat. Wir dachten nur der arme Junge, was soll er noch alles aushalten. Nach 1 1/2 Wochen konnte er wieder nach Hause. Aber das mit den Anfällen haben wir auch nicht im Griff.
Es gab zwar wieder mal ein paar Wochen wo es gut ging, aber immer wieder diese Rückfälle. Aber am Schlimmsten ist es das er nicht mit uns richtig kommunizieren kann. Für mich als Mutter und den anderen Familienangehörigen (Oma, Opa, Uroma, Tante und Onkel) ist es immer wie beim Rätselraten, ja was könnte ihm weh tun, wenn er quengelig ist.
Außerdem wurde jetzt im November 2008 aufgrund eines Sturzes noch ein weicher, blutender Tumor am Kopf festgestellt.
Mehr Informationen über Kevin bekommen Sie auf seiner Homepage: www.delfintherapie.net





Kevin Ohde